Unsere aktuellen Themen – ein Überblick 2015

Unser Sojabauer D. Leibing

Unser Bündnismitglied Dieter Leibing aus Ballendorf baut seit 2014 relativ erfolgreich Bio-Soja an; hier beim Bündnis-Sommerfest 2015 auf seihnem Soja-Feld (Foto: Konrad Sedding). Siehe auch „Gentechnikfreie Eiweißinitiativen“ unten in diesem aktuellen Themen-Überblick.

Auch das Jahr 2015 macht deutlich, wie stark unser Engagement für eine agrogentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft eingebunden ist in die Grundlagen des Lebens hier in der Region, in Deutschland, in der EU und weltweit. Und darum sind dies unsere aktuellen Themen:

  • TTIP = Agrogentechnik durch die Hintertür und damit Herrschaft von Konzernen über die gesamte Ernährungskette?
  • GVO-Anbauverbot in Deutschland („Opt Out“) – die Bundesregierung stemmt sich nach wie vor dagegen.
  • Freifahrtschein für den methodisch neuen Gen-Raps der US-Firma Cibus?
  • Glyphosat: „Gift und Geld!“
  • Gentechnikfreie Eiweißinitiativen als wichtiger Bestandteil beim Kampf gegen Gentechnik auf dem Acker und dem Teller!
  • TTIP = Agrogentechnik durch die Hintertür und damit Herrschaft von Konzernen über die gesamte Ernährungskette?
    Unser Bündnis beschäftigt sich seit ca. 2 Jahren mit dem Thema „Freihandel“, trägt dieses Thema seit Jan. 2014 mit Veranstaltungen in die Öffentlichkeit, ist Gründungsmitglied des regionalen STOP-TTIP-Bündnisses Alb-Donau-Iller, prägt damit die Arbeit dieses Bündnisses mit und war an allen bisherigen öffentlichen Veranstaltungen wesentlich beteiligt, u.a. auch mit Redebeiträgen und ‚demonstrationsfreundlichen‘ Bulldogs. Ganz aktuell: In den TTIP-Verhandlungen sieht die US-Seite – so das „Fruchtportal“ – nach wie vor den freien Handel mit gvo-Organismen gefährdet, ist also nicht bereit, gerade auf diesen freien Handel zu verzichten und damit unsere Standards anzuerkennen. Siehe insgesamt dazu die ausführliche TTIP-Themenseite unten auf unserer HP, insbesondere die Rede von unserem Bündnissprecher Franz Häußler.
  • GVO-Anbauverbot in Deutschland („Opt Out“) – die Bundesregierung stemmt sich nach wie vor dagegen. Die große Koalition in Berlin hat laut Koalitionsvertrag versprochen, die Kennzeichnung von gvo-Lebensmitteln (Fleisch-, Ei-, Milch-Produkte) durchzusetzen und den Anbau von gvo-Pflanzen zu verbieten. Geschehen ist nichts. Im Gegenteil: Die Bundesregierung verhindert bis heute ein durch EU-Recht abgesichertes Anbauverbot für gvo-Pflanzen in Deutschland („Opt-Out“). Man könne sich höchstens ein Anbauverbot auf Bundesländerebene vorstellen, heißt es. In Österreich ist das landesweite Verbot bereits beschlossen. Siehe hierzu auch die laufend aktualisierte rechte Info-Spalte auf dieser HP.
  • Freifahrtschein für den methodisch neuen Gen-Raps der US-Firma Cibus? Die Aussaat dieser gvo-Rapssorte ist in der EU und damit auch in Deutschland vorerst vom Tisch – dank eines vielfachen Engagements von NGOs in der EU und in Deutschland. An dieser Stelle zeigt sich, wie effizient unsere Vernetzung mit überregionalen Bündnissen, Umweltinstituten, Umweltorganisationen und Umweltkampagnen ist, z.B. dem Umweltinstitut München, Dr. Christoph Then mit TestBiotech, dem BUND, Campact, der ABL, Bioland, Naturland, Demeter, dem Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in BW u.v.a.
  • Glyphosat: „Gift und Geld!“ (SZ vom 17. Juli 2015). Nicht nur über die herbizidresistenten Genpflanzen (zB. Gen-Soja) der großen Agrochemiekonzerne ist das Pflanzengift „Glyphosat“ zum weltweiten Verkaufsschlager vor allem für Monsatono geworden – und das ohne Rücksicht auf die verheerenden Folgen für die Gesundheit der Menschen, der Tiere und auch der Umweltschäden für den Ackerboden und das Grundwasser. Laut Weltgesundheitsorganisation löst das Herbizid Glyphosat wahrscheinlich Krebs aus. Dieses Jahr wird in der EU entschieden, ob das am häufigsten verwendete Herbizid Glyphosat zugelassen bleibt. Ende Juli sind die Chancen für ein Verbot massiv gestiegen: Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte eine Studie, die belegt, dass Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich Krebs auslöst. „Jetzt muss Agrarminister Christian Schmidt endlich dafür sorgen, dass Glyphosat EU-weit verboten wird“ (Campact). Das dem Landwirtschaftsministerium untergeordnete BfR (Bundesinistitut für Risikibewertung) ist federführend für die EU-Entscheidung in Brüssel und bewertete bei seiner Entscheidung Leserbriefe von Monsanto-Mitarbeitern als „wissenschaftliche Studien“. Auch gegen diesen unglaublichen Monsanto-Lobbyismus aufs Staatsebene wehren wir uns. N.B.: Der US-Konzern macht die Hälfte seines Umsatzes mit Glyphosat. Knapp 3,9 Milliarden Dollar entfallen auf glyphosat-haltige Mittel und weitere 4,6 Milliarden Dollar auf glyphosat-resistentes Gentechnik-Saatgut (Dr. Chr. Then in der SZ vom 17. Juli 2015.) Unser Bündnis hat die bekannte Glyphosat-Expertin Prof. M. Krüger erneut nach Ulm eingeladen, um zusammem mit einem Mediziner die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat in einem Podiumsgespräch zu thematisieren – incl. der medizinischen Möglichkeiten, die eigene Gesundheit vor Glyphosat zu schützen.
  • Gentechnikfreie Eiweißinitiativen als wichtiger Bestandteil beim Kampf gegen Gentechnik auf dem Acker und dem Teller! Minister Bonde (BW) konnte Ende Juli mitteilen, „dass der Sojaanbau in Baden-Württemberg im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt wurde….Die Eiweißinitiative des Landes ist ein wichtiger Beitrag, die gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg auch für die Zukunft zu sichern… Die Initiative ist von großer Bedeutung, wenn es darum geht, das Land unabhängiger von Importen gentechnisch veränderter Futtermittel aus dem Ausland zu machen“. Im Oktober trifft sich übrigens die „Donau-Soja-Konferenz“ in Ulm.

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