ÄNDERUNGSANTRAG ZUM GRUNDSATZPROGRAMM DER GRÜNEN

Hier meine Bitte an alle Grünen-Mitglieder in unserem Bündnis:
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Die 45. ordentliche grüne Bundesdelegiertenkonferenz (20. – 22- Nov. in Karlsruhe) steht bevor. Dort wird das neue Grundsatzprogramm der Grünen beschlossen, und dort geht es auch unter dem Kapitel „Fortschritt gestalten“ um das Thema Agrogentechnik.
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Ein kleine Minderheit
in der grünen Partei – angeführt u.a. von der BW-Forschungsministerin Th. Bauer – befürwortet im Prinzip eine Deregulierung neuer Gentechnikverfahren – unterstützt von einem wahren Hype in diversen Medien. Haupt-Aussagen:  „DIe Grünen sollten sich endlich der Wissenschaft statt diffusen Bauchgefühlen zuwenden“ oder „Die neue Gentechnik bewältigt die Klimakrise „ u.a. sogen. „Heilsversprechungen“, die uns schon im Kontext der „alten“ Agrogentechnik bekannt sind und nie eingelöst wurden.
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Eine große Mehrheit, angeführt von Harald Ebner und Martin Häusling, also den führenden Agrarexperten im Bundestag und im EU-Parlament, besteht auf einer generellen Regulierung der Agrogentechnik, letztlich gestützt auf die seit Jahren konstante Konsumenten-Ablehnung der Agrogentechnik in Lebensmitteln (zwischen 70 und 80 %) , und vor allem gestützt auf die Gewissheit, dass ohne Regulierung die Saatgutvielfalt (gerade im ökologischen Bereich) der Saatguteinfalt in der Hand der großen Saatgutkonzerne weichen wird.
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Über das digitale Antragsverfahren im „Antragsgrün“ gibt es für Grünen-Mitglieder nochmals die Möglichkeit, die nach dem ersten Durchgang erarbeiteten Anträge zu ändern. Beim Thema Agrogentechnik ist auf diesem Wege der ursprünglich vorgelegte Antrag, der quasi die Position von Ministerin Th. Bauer vertreten hat, kritisch überarbeitet worden. Aber dieser neue Antrag verbirgt in seinen sprachlichen Formulierungen immer noch die Gefahr, dass eine Deregulierung – insbesondere der neuen Gentechnikverfahren – nicht ausgeschlossen wird. Und: Sollten sich auf diese Weise die Grünen von ihrem bisherigen „Urgestein“ verabschieden – nämlich einer klaren Ablehnung der Agrogentechnik zugunsten einer ökologischen und gentechnikfreien Landwirtschaft -, wird die grüne Partei damit den Verlust eines großen Teils der Stammwähler*innen riskieren.
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„Vielfalt ernährt die Welt – natürlich ohne Gentechnik“ – unter diesem Motto haben im September 2009 auf dem Ulmer Münsterplatz weit über 6000 Menschen an einer gentechnikfreien Tafel Platz genommen, unterstützt von vielen Umweltverbänden und auch den Grünen. Unter diesem Motto habe ich im sogen. „Antragsgrün“ unseren Änderungsvorschlag mit ausführlicher Begründung eingestellt. Jetzt braucht es noch dringend Unterstützerinne und Unterstützer!
Ich bitte Euch herzlich, diesen Änderungsantrag zu unterstützen und an weitere Grünen-Mitglieder weiterzuleiten. Mit mir zusammen müssen es 20 Unterstützer*innen sein. Aber natürlich ist es überzeugender, wenn es bedeutend mehr sein werden. Und davon gehe ich aus.
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Hier der Link zum Änderungsvorschlag des Bündnisses: https://antraege.gruene.de/45bdk/Kapitel_3_Fortschritt_gestalten-60290/7858
Antragsschluss für Änderungsanträge zum Grundsatzprogramm ist der Freitag, 9. Oktober 2020, 23:59 Uhr.

→ Hier eine Anleitung für den Internetzugang usw.: Änderungsantrag Grundsatzprogramm

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